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Darmsanierung & darmreinigung: anleitung zur selbstbehandlung mit haushaltsmitteln

Die Darmreinigung bzw. Darmsanierung ist keine Abführung, wie oft geglaubt und auf vielen Foren beschrieben wird. Bei der Darmreinigung geht es daher nicht in erster Linie darum, den Darm komplett zu leeren, wie dies in diesem Fall vor einer Darmspiegelung erforderlich ist. Ebenso handelt es sich bei der beschriebenen Darmreinigung nicht um eine Colon-Hydro-Therapie. 

Ziele einer Darmreinigung sind die folgende:

  1. Abbau von Entzündungsprozessen im Darm
  2. Heilung und Regeneration der Darmschleimhaut
  3. Regulierung der Darmflora und damit die Regulierung zur Stärkung des Immunsystems
  4. Eliminierung von schädlichen Darmbakterien und Darmpilzen (z. B. Candida, Schimmelpilzen, etc.) und ihren Stoffwechselgiften
  5. Aktivierung (bei Verstopfung) oder die Entspannung (bei Durchfall) der Peristaltik
  6. Ausleitung von Stoffwechselabfallprodukten und Kotsteinen
  7. Entlastung von Nieren und Leber 

Die genannten Ziele können mithilfe von Abführmitteln kaum erreicht werden, auch nicht allein mit Einläufen, mit einer Darmreinigung jedenfalls schon. 

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UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DARMSANIERUNG & DARMREINIGUNG

Bei der Darmreinigung wird der komplette Darm entleert, meist mithilfe von einem Einlauf oder Abführmitteln wie Glaubersalz, Bittersalz oder Flohsamen. Die Darmreinigung ist in der Regel Teil einer Darmsanierung und bildet den Beginn vieler Heilfastenkuren. Oftmals ist eine Darmreinigung auch vor Darmspiegelungen oder manchmal zur Vorbereitung von Operationen durchzuführen.

Eine Darmsanierung ist ein größeres Gesundheitsprogramm, bei dem es nicht nur um die Reinigung, sondern auch um den Wiederaufbau der Darmflora und damit des Mikrobioms geht. Hierbei spielen auch die Ernährung sowie ausgewählte Probiotika eine wichtige Rolle, die in Form von Kapseln oder Pulvern, die eigene Darmbesiedlung unterstützen.

In der Naturheilkunde und Alternativmedizin werden beide sowohl Begriffe als auch Synonyme verwendet.

An manch diverser Stelle jedoch bezeichnet man die Einnahme von einschlägigen Arzneimittel zur langfristigen Heilung des Darms als Darmsanierung, während man meint, eine Darmreinigung sei eher eine Möglichkeit zur kurzfristigen Entleerung des Darms, wie z. B. bei Abführungen (Rizinusöl, Einlauf, Glaubersalz o. ä.) - eine Unterscheidung, die selbstverständlich auch möglich ist, bei uns jedoch so nicht gehandhabt wird.

Dementsprechend werden die Begriffe – Darmreinigung und Darmsanierung – oft verwechselt.

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VORTEILE EINER DARMREINIGUNG

Durch eine Darmeinigung wird die Grundlage für einen besseren Zustand gelegt. Somit kann sie zu mehr Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden, mehr Lebensenergie und Ausgewogenheit führen.

Die Darmreinigung gilt als effektiv zur Bekämpfung einer Vielzahl von Krankheiten und Problemen.

Dazu gehören:

Im Anschluss an die Behandlung können jedoch immer noch Einschränkungen bestehen, was sich unter anderem auf die Festsetzung von unpraktischen Bakterien zurückführen lässt. In manchen Fällen führt auch die Reinigung selbst zu temporären Einschränkungen.

Damit die Darmreinigung eine Erholung der Darmflora nach sich zieht, bedarf es der Zusammensetzung von nützlichen Bakterien, die die Darmschleimhaut stärken. Diese wirkt sich wiederum vorteilhaft auf die Gesundheit sowie die Selbstreinigungsprozesse des Darms aus.

Studien beweisen, dass der Stuhlgang wichtig ist, um Bakterien zu eliminieren, Metalle zu entgiften oder überflüssige Fettsäuren aus dem Körper zu entfernen. Die Darmreinigung kann sich ebenfalls positiv auf das Nervensystem auswirken und bei Symptomen wie Angst und Müdigkeit unterstützen. 

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VORTEILE EINER DARMSANIERUNG

Bei der Darmsanierung werden vermeidliche Ablagerungen an den Darmwänden entfernt, so dass die Nährstoffe und Vitamine über den Darm besser aufgenommen werden können. Dazu werden bestehende Entzündungen im Darm gelindert und der Darm kann sich besser regenerieren.

Die Auswirkungen des Darms auf die allgemeine Gesundheit werden lange unterschätzt und sind nach wie vor nicht komplett erforscht. Fakt ist jedoch, dass der Darm einen Einfluss auf alle weiteren Organe nimmt, mit ihnen in Wechselwirkung steht und das allgemeine Wohlbefinden des Menschen beeinflusst.

Die Gründe für eine Darmsanierung sind unterschiedlich. 

Von den folgenden Vorteilen könnte man nach einer Darmsanierung profitieren:

  • Aushungern schädlicher Bakterien und Pilze im Darm und Abbau ihrer Stoffwechselgifte
  • Ausleitung von Abfallprodukten des Stoffwechsels
  • Anpassung der Darmbewegungen an die akute Verdauungssituation (Durchfall oder Verstopfung)
  • Entlastung von Leber und Nieren
  • Langfristig geplanter Gewichtsverlust durch Einstellen einer gesunden Bakterienzusammensetzung im Darm
  • Regeneration und Heilung der Schleimhäute im Darm
  • Beruhigung von Entzündungsprozessen im Magen-Darm-Trakt
  • Regulierung der Darmflora und damit Stärkung des Immunsystems 

Sinnvoll ist die Darmsanierung nicht nur bei diversen Krankheiten wie zum Beispiel Reizdarm oder einer Störung der Verdauung und Darmflora. Die Darmsanierung kann auch zu einer Verbesserung beitragen, wenn weitere Ungleichgewichte im Körper bestehen.

 Beispiele hierfür sind:

  • Verbesserung der Situation bei Rheuma, Gelenkbeschwerden, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Verbesserung von Hautbild und Vitalität
  • Anhaltende Verdauungsbeschwerden
  • Anfälligkeit für Pilzinfektionen oder Atemwegserkrankungen
  • Verbesserung des Befindens bei Schlappheit, fehlender Energie oder Abgeschlagenheit
  • Regeneration der Bakterienkultur des Darms nach der Einnahme von Antibiotika 

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TIPP 1: DARM ENTLEEREN

Wer in der Morgenroutine keinen regelmäßigen Stuhlgang hat, muss nicht direkt zu Abführmittel greifen. Sie sind zwar oft gut verträglich und können in kurzer Zeit Abhilfe schaffen, sollten aber auf keinen Fall täglich eingenommen werden, da der Darm sich sonst an die Unterstützung von Mittel gewöhnt und noch anfälliger wird. 

Stattdessen gibt es viele Hausmittel, mit denen der Darm wieder in Takt gebracht werden kann. Eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung und viel Bewegung sind besonders effektiv im Kampf gegen einen Verstopfung.

Wichtig ist außerdem, viel Flüssigkeiten zu sich zu nehmen. Eineinhalb bis zwei Liter Wasser täglich braucht der Darm mindestens, um in Takt zu bleiben. 

Gibt es jedoch immer wieder Probleme beim Stuhlgang, sollte man einen Arzt in Betracht ziehen, denn dann kann hinter den eigentlichen Verdauungsproblemen auch ernsthafte Erkrankungen stecken.  

TIPP 2: DARM SELBST ENTGIFTEN

Bei der Darmreinigung und Darmsanierung werden Probiotika, Flohsamenschalenpulver, Bentonit und Zeolith benötigt.

Morgens und abends wird etwa 30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit einen Shake aus jeweils einem Teelöffel Flohsamenschalenpulver, einem Teelöffel Bentonit oder Zeolith und 200 ml Wasser angerührt (1 Glas) trinken.

Der Shake wird sofort getrunken. Anschließend sollte man weitere 300 ml  Wasser schluckweise über 3 bis 5 Minuten verteilt aufnehmen.

Die Einnahme des Probiotikums erfolgt kurz vor oder zu den Mahlzeiten.

Während der folgenden Tage solltest Du auf eine ballaststoffreiche, schonende, leichte und hauptsächlich vegetarische Ernährung achten. Viel Gemüse und Obst, Haferflocken und Joghurt sollten auf dem Speiseplan stehen. 

TIPP 3: DARMREINUNGUNG

Mit diesen Möglichkeiten kannst du die Wirkung einer Darmreinigung unterstützen und beschleunigen:

  1. Frisch gepresste Säfte: Säfte aus Obst und Gemüse versorgen unseren Körper reichlich mit Vitaminen und Mineralstoffen. Kombiniere dafür Gemüse, Kräuter und Früchte deiner Wahl, gebe etwas Zitronensaft und entzündungshemmende Gewürze wie Ingwer oder Kurkuma dazu und entsafte alles nacheinander. Achte darauf, dass der Gemüseanteil immer größer ist als der Obstanteil, um den Fruchtzuckergehalt gering zu halten. 

  2. Tee: Tee, vor allem Kräutertee ist ein effektives Hausmittel bei Darmbeschwerden und kann unterstützend zur Darmsanierung eingesetzt werden. Kräuter, die sich positiv auf den Darm auswirken, sind vor allem Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander und Sennesblätter. Diese enthalten ätherische Öle, die den Magen und Darm beruhigen, die Verdauung anregen und entspannend auf den Darm wirken. Du kannst die Kräuter einzeln verwenden oder eine Kräuter-Mischung zubereiten. 

  3. Bewegung: Um der Verdauung auf die Sprünge zu helfen, solltest du viel Bewegung in den Alltag einbauen. Hilfreich wäre in diesem Fall, statt den Aufzug, die Treppen zu nutzen oder Sport zu machen.

  4. Massagen: Eine sanfte Bauchmassage kann auch helfen, die Darmbewegungen anzuregen. Kreise mehrmals am Tag mit der Hand rund um den Bauchnabel im Uhrzeigersinn . Ganzkörperliche Bürstenmassagen unterstützen das Lymphsystem ebenfalls bei der Entgiftung. 

  5. Wickeln: Ein Leberwickel sorgt für eine bessere Durchblutung des Organs und unterstützt damit den gesamten Stoffwechsel.  Denn die Leber ist ein sehr wichtiges Entgiftungsorgan im Körper.

  6. Bitterstoffe: Kräuter wie Bohnenkraut, Estragon, Rosmarin und Thymian, Gemüse wie Brokkoli, Chicorée, Rosenkohl, Artischocke sowie Blattsalate wie Löwenzahn, Kresse, Rucola, Radicchio enthalten viele Bitterstoffe, die die Verdauung anregen und die Entgiftung beschleunigen. 

  7. Nahrungsergänzungsmittel: Mithilfe diverser Nahrungsergänzungsmittel können dem Körper bestimmte Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Darmbakterien zugeführt und so die Entgiftung und der Aufbau der Darmflora helfen. Sie kommen meist nach der Darmreinigung zum Einsatz, um dir einen bestmöglichen Nährboden zu bieten. Neben Probiotika sind zum Beispiel Pulver aus Gerstengras, Spirulina, Chlorella, Alfalfa oder Grapefruchtkernextrakt zur täglichen Nahrungsergänzung während einer Darmsanierungskur geeignet.

TIPP 4: DARMSANIERUNG

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass eine Darmsanierung die Gesundheit verbessert. Es bedeutet: Es gibt keine Beweise dafür, dass eine Darmsanierung unbedingt eine positive Wirkung auf den Körper hat. Das Konzept ist veraltet und nahezu antik. Es sammeln sich weder im Laufe des Lebens Giftstoffe im Darm an, noch müssen diese kompliziert entfernt werden. Bei einer normalen Verdauung wird der Körper alles, was er nicht verarbeiten kann, von selbst los. Dementsprechend ist es fragwürdig, eine Kur zur Darmsanierung überhaupt durchzuführen – geschweige denn zu Hause und ohne Arzt.

Unsere Tipps zur Darmsanierung sollen daher vor allem zu Information dienen.

Nun wie funktionert eine Darmsanierung? Wie üblich erfolgt die mikrobiologische Therapie (Symbioselenkung) nach Plan in drei Stufen:

  • Die Darmreinigung
  • Die Optimierung der Verdauung und Präbiotika-Kur (Zunahme von bestimmten Ballaststoffen, die das Wachstum der organischen bzw. guten Bakterien fördern)
  • Wiederaufbau der organischen Bakterien durch Probiotika

Die Dauer der Darmreinigung hängt davon ab, wie stark die Darmflora bereits betroffen ist. Es sind vier Wochen bis drei Monate üblich, dann sollte das Mikrobiom verbessert sein.

  • Zu Beginn einer Kur empfehlen die meisten der Alternativmedizin Abführmittel wie Glaubersalz oder einen Einlauf. Glaubersalz hält Wasser im Darm zurück und erhöht somit den Flüssigkeitsanteil und das Volumen des Darminhalts, was den Stuhldrang fördert. Bei einem Einlauf leitet man warmes Wasser über den Anus in den Darm ein, um die Entleerung zu beschleunigen. Eine Toilette sollte bei beiden Methoden in Reichweite sein und Anwender müssen mit starkem Durchfall rechnen. Mit Leinsamen oder Flohsamen erfolgt danach die finale Reinigung, die den kompletten Darm von verbliebenem Überresten wie Ausscheidungen befreien soll. 
  • Im zweiten Schritt nehmen viele, die ihren Darm sanieren möchten, Medikamente ein, die vermeintlich schädliche Pilze und Keime beseitigen sollen. Gleichzeitig achten sie strikt auf die Ernährung: Zuckerhaltige Lebensmittel und andere Kohlenhydrate meiden sie in dieser Phase der Darmsanierung, um keine unpassenden Bakterien damit zu versorgen. Selbst Fleisch, Wurst so wie Koffein und Alkohol, sind während dieser Zeit tabu. Zum Trinken wird stilles Wasser und Kräutertees empfohlen. Erlaubt sind Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und natürlich Obst und Gemüse. Diese enthalten Ballaststoffe und sollen für die ankommenden Bakterien künftig eine gute Basis schaffen.
  • Um im dritten und letzten Schritt die Darmflora ordnungsgemäß wiederherzustellen, gibt es ebenfalls Medikamente – sogenannte Probiotika mit den korrekten Bakterien, die als Pulver oder Tabletten im Handel sind. Joghurt, Kefir, Buttermilch, Sauerkraut, Vollkornprodukte, Kleie, Äpfel, Artischocken, Chicorée oder Apfelessig gelten ebenfalls als geeignetes Hausmittel Lebensmittel, die dabei unterstützen eine gesunde Darmflora aufzubauen. Die Homöopathie bietet weitere Stoffe an, die das Aufbauen der Darmflora unterstützen sollen. Jedoch Vorsicht: Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege, dass Homöopathie wirksam ist.

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VORSCHLÄGE FÜR EINE BESSERE DARMGESUNDHEIT NACH EINER DARMREINIGUNG

Zusammengefasst: Eine Darmreinigung ist dann sinnvoll, wenn die Funktionen des Darms infolge Erkrankungen, Medizin-Therapie oder schlechten Ernährung eingeschränkt ist und daraus chronische Probleme in der Verdauung resultieren. Somit kann eine Darmreinigung die Grundlage für eine Verbesserung sein, aber nur wenn Sie in Verbindung mit dem Aufbau der Darmflora erfolgt. Nur ein dauerhaftes Umdenken Bezüglich auf Ernährung und Lifestyle hilft dabei, die Beschwerden für längere Zeit loszuwerden. Wenn eine Darmsanierungskur ein bis zweimal Jährlich vollzogen wird, kann so zu einer gesunden Gewohnheit werden.

Jedoch können Medikamente können auch negative Folgen auf die Darmflora haben. Verschreibt dein Arzt Antibiotika zur Therapie einer bakteriellen Erkrankung, werden somit unter anderem auch Bestandteile unserer Darmflora zerstört. Es kann zu Blähungen, zum antibiotika-assoziierten Durchfall, oder Bauchschmerzen kommen. Die Arzneimittel sind bei schwerer Erkrankung jedoch unbedingt erforderlich.

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